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Ein Tornado im Westerwald |
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In der Nacht vom 18.08. auf den 19.08.2000, ca. 04:05 MESZ ereignete sich im unteren Westerwald im Rahmen eines Schwergewitters ein Tornado. Meinungen, Anregungen oder Kritik bitte ich an folgende E-Mail-Adresse zu schreiben: marcus@schaeffer-wetter.de Vielleicht finden sich auf diesem Weg noch Maxsainer Bürger, die evtl. weitere Fotos oder Tatsachen bereitstellen könnten. |
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Marcus Schaeffer, 22/09/2001 (zuletzt überarbeitet am 24.08.2006) |
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Fast alle Karten und Bilder lassen sich durch Anklicken vergrößern |
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| Artikel in der
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| Sturm wütete heftig Schwere Schäden in Siershahn angerichtet WESTERWALDKREIS. Ein schweres Unwetter hat in der Nacht zum Samstag im unteren Westerwald riesige Schäden angerichtet. Besonders die Gemeinde Siershahn war betroffen, erlebte buchstäblich die stürmischste Kirmes seit Menschengedenken. Ein Tornado beschädigte etwa 20 Häuser zum Teil erheblich. Aber auch in Wirges tobten die windigen Gewalten. In der Max-Planck-Straße stürzten Bäume auf einen in der Hauseinfahrt abgestellten Jaguar. Am Friedhof, in der Bahnhofstraße und bei der Oberland-Glas knickten Bäume wie Streichhölzer um. Am Stadion Wirges wurde das Trainerhäuschen umgelegt. Auch in Wirges wurden Dächer abgedeckt - so etwa an einem Anwesen in der Schlesischen Straße. Die Feuerwehren waren im Dauereinsatz, mussten vollgelaufene Keller in Nauort, Höhr-Grenzhausen, Wittgert und bei den Schütz-Werken in Selters leer pumpen. Umgestürzte Bäume blockierten Straßen bei Wirges, Helferskirchen und vor allem in der Verbandsgemeinde Selters. Zwischen Freilingen und Maxsain wurden mehrere Baumriesen entwurzelt. Die L 304 war dicht - der Verkehr musste von der Feuerwehr umgeleitet werden. Noch am Mittag war die Verbindung von der L 304 in Richtung Weidenhahn gesperrt. Dort lagen gewaltige Buchen quer über der Fahrbahn und ließen Erinnerungen an "Wiebke" aufkommen, den Sturm, der vor gut zehn Jahren ganze Wälder abrasiert hatte. (met/jgm) |
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| Die Wetterlage am 18.08. und 19.08.2000 | |
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Satellitenbild am 19.08.2000 um 6:09 MESZ.Die Superzelle, welche über der Mitte Deutschlands liegt, hatte ca. zwei Stunden zuvor den Tornado im Westerwald ausgelöst. |
Infrarotbild von Meteosat am 19.08.2000 um 2:00 MESZ.Frontale Bewölkung von Nord- Spanien bis Südskandinavien mit eingelagerten Gewitterclustern. |
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| Schadensübersicht und Tornadospur in Siershahn und Wirges | |
| Nach Besichtigung der betroffenen Ortschaften lassen sich die Schäden wie folgt zusammenfassen (in Reihenfolge der rekonstruierten Spur in der Karte). |
Wirges:
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Siershahn:
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| Schadensübersicht und Tornadospur in einem Waldstück bei Maxsain |
Erläuterung zur Karte:Farbig ausgefüllte Flächen sind vollständig zerstörter Wald. Schraffierte Flächen sind teilweise zerstört, bzw. nur einzelne umgestürzte Bäume und abgebrochene Äste (in der Vergrößerung besser erkennbar). Die weitaus schlimmsten Schäden hat der Tornado in einem Waldstück zwischen Maxsain und Ewighausen angerichtet. Die Gesamtlänge der hier verfolgbaren Tornado-Spur beträgt ca. 1600 Meter. Sie verläuft von Süd-West in Richtung Nord-Ost, welches auch der Zugbahn des Gewitterclusters entspricht (vergl. Blitzübersichtskarte). Die Gesamtmenge des geworfenen Holzes dieser Schneise beträgt nach Auskunft des Revierförsters ca. 1800fm Buche und ca. 300fm Eiche. Die Länge der größten Schneise, in einem reinem Buchenwald, beträgt ca. 450m, ihre Breite ca. 100m. Am Anfang und am Ende ist sie etwas schmaler. Die größten Schäden gab es parallel zum Wort "Länge" in nebenstehender Karte. Innerhalb dieser Schneise ist fast kein Baum stehen geblieben. Am Anfang der Schneise lagen viele Bäume parallel nebeneinander, was eigentlich untypisch für einen Tornado ist. Je tiefer man jedoch in die Schneise hinein gelangte, desto mehr Bäume lagen auch ungeordnet übereinander. Eine weitere Auffälligkeit ist die scharfe Abgrenzung der Schneise. Zwischen totaler Zerstörung und keinem Schaden an Bäumen liegen weniger als 5 Meter. Sehr viele Bäume wurden nach ein paar Metern Höhe "geköpft", bzw. sind auf mehreren Metern Länge zersplittert (siehe Fotos). Sie hatten zum Teil geschätzte Stammdurchmesser von 80cm. Weiterhin wurden einige Teile von Baumkronen aus dem Wald heraus auf die benachbarten Wiesen getragen und dort fallen gelassen. Bemerkenswert waren einige, mit Folie abgedeckte, Holzstapel, die scheinbar unberührt blieben. Selbst die Folie lag noch korrekt auf dem Holz und war z.B. nur durch 4 Nägel fixiert. Nach Auskunft von Nikolai Dotzek liegt das daran, "daß das Geschwindigkeitsfeld in den untersten Metern über dem Boden so komplex ist, dass es in Wechselwirkung mit dem Erdboden/Bäumen/Gebäuden auch einmal Zonen mit ziemlich geringerer Windgeschwindigkeit geben kann". |
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Fotos mit Einblicken in die Schneise
(zum Vergrößern anklicken)
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| Nach einem Jahr |
| Nach einem Jahr sind große Teile der Flächen wieder aufgeforstet und gegen Wildbiß eingezäunt. Die Förster haben einige Stammreste als Andenken stehen lassen. Einige von Ihnen wurden in das Alt- / Totholzprogramm des Forstamtes Selters aufgenommen. Es wird wahrscheinlich Jahrzehnte dauern, bis die Schneise wieder vollständig geschlossen ist. Diese Schneise ist ein gutes Beispiel dafür, daß es Tornados auch in Deutschland gibt. Wäre die Tornadospur nur rund 800 Meter weiter westlich verlaufen, hätte sie bereits bewohntes Gebiet getroffen und für großen Schaden in der Gemeinde Maxsain gesorgt. |
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| Links zu weiteren Themenseiten |
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Auf allen Seiten finden sich weitere Links zu vielen Tornado-Seiten, zum Teil mit großen Bilder-Galerien. |